Das Tischbeet als Sonderform des Hochbeetes

Wer körperlich eingeschränkt ist, muss etliche Entbehrungen hinnehmen. Umso wichtiger für den Erhalt der Lebensqualität sind deshalb Tätigkeiten, die Freude machen und die zum größten Teil ohne fremde Hilfe ausgeführt werden können. Rückenschonende Hochbeete erleichtern die Gartenarbeit, die vielen Menschen Entspannung und Glücksgefühle schenkt. Eine Sonderform des Hochbeetes ist das Tischbeet. Damit müssen beispielsweise auch Rollstuhlfahrer nicht auf ihr „grünes Hobby“ verzichten.

Wie sieht ein Tischbeet aus?

Die Pflanzen können bequem und kraftsparend im Sitzen gepflegt werden. Eine wannenähnliche Vertiefung mit einer Randhöhe von ca. 30 cm beinhaltet das Pflanzsubstrat, dessen Zusammensetzung und Schichtdicke sich nach den Standortansprüchen der gewünschten Bepflanzung richtet. Kreisförmige Tischbeete lassen sich besonders gut mit einem Rollstuhl umrunden. Aber auch rechteckige Beet-Formen sind für viele Menschen durchaus geeignet. Die Mitte der Pflanzfläche muss sich leicht in sitzender Haltung erreichen lassen und sollte daher eine Tiefe von 1,20 m nicht überschreiten. Bei selbst gebauten Konstruktionen ist unter anderem zu beachten, dass eine bepflanzte Fläche mit nassem Substrat ein nicht zu unterschätzendes Gewicht erreichen kann. Die Stabilität darf jedoch auch in diesem Zustand nicht nachlassen. Ein leichtes Gefälle sowie geeignete Be- und Entwässerungsvorkehrungen sollten ebenfalls mit eingeplant werden. Als Vorbild für die Bepflanzungstechnik eines Tischbeetes kann die extensive Flachdach-Begrünung in Einschichtbauweise dienen. Dabei darf unter anderem ein Dränage-Vlies nicht vergessen werden, da es diverse wichtige Funktionen innehat. Beispielsweise dient es sowohl der Entwässerung als auch der Wasserspeicherung.

Ideen für die Bepflanzung

Für den gärtnerischen Erfolg im Tischbeet ist die richtige Schichthöhe ebenso wichtig wie die passende Zusammensetzung des Pflanzsubstrats. Immerhin sind die hier angesiedelten Gewächse oft extremen Witterungsbedingungen wie Hitze, Trockenheit und Frost ausgeliefert. Allein schon aus diesem Grund eignen sich für diese Beet-Form längst nicht alle Pflanzen, was aber keinesfalls Langeweile bei der Gestaltung zur Folge haben muss. Spezialisierte Gartenbaubetriebe bieten fertige Substrat-Mischungen zur extensiven Dachbegrünung an. Für diese Art der Bepflanzung hat sich mittlerweile eine Vielzahl schöner und interessanter Gewächse als tauglich erwiesen. Der Versuch, einige von ihnen in einem Tischbeet anzusiedeln, lohnt sich bestimmt und erschließt eine Fülle ungewöhnlicher, neuer Gestaltungsmöglichkeiten. Hauswurz (Sempervivum) und niedrig wachsendes Sedum lassen sich zu dekorativen Arrangements zusammenstellen. Diese Dickblattgewächse gibt es in so vielen hübschen Arten und Sorten, dass es sich sogar anbietet, eine Sammlung anzulegen. Sie lassen sich leicht durch Tochterrosetten bzw. Teilung vermehren und sind damit zur Weitergabe oder zum Tausch unter Gleichgesinnten ideal. Trockenheit wird von ihnen gut vertragen. Zu viel Nässe ist schädlich. Als typischen Steingartenpflanzen sagen ihnen sonnige Standorte und sandige, durchlässige Böden am meisten zu. Viele von ihnen sind winterhart.