Das Hochbeet richtig befüllen und bepflanzen

Nun geht es ans Befüllen des Hochbeetes. Zuerst wurde der Boden mit einem nicht zu dichten Drahtgeflecht ausgelegt, um zu verhindern, dass Mäuse oder andere Tiere ins Hochbeet gelangen. Die unterste Schicht wird dann als eine Art Drainage, mit Tonscherben und Kieselsteinen, die aus dem Garten stammen (wenn der Boden sehr steinig ist) ausgelegt. Darauf wird etwas Erde verteilt. Die nächste Schicht besteht aus Hecken- und Baumschnitt, also Äste und Zweige, Strauchabfällen und Wurzelstöcken.

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Darauf wird wieder etwas Erde verteilt. Schicht drei besteht aus gehäckseltem Strauchabschnitt, kleinen dünnen Ästchen und als Abdeckung wieder eine dünne Schicht Erde. Als vorletzte Schicht werden Gartenabfälle, wie Grünschnitt und Laub wieder gut mit Erde gemischt. Die letzte Schicht ist die eigentliche Erde. Hier sollte zuerst überlegt werden, welche Erde man nun nimmt. Garten- oder Blumenerde, vielleicht sogar beides.

Nachdem man sich bei einem Fachmann erkundigt hat (oder unseren Blog gelesen hat), sollte die untere Schicht aus Gartenerde, die nächste aus Kompost (wenn vorhanden) und die letzte Schicht aus Blumen- oder Muttererde bestehen. In unserem Fall haben wir ein Gemisch aus Garten- und Blumenerde verwendet. Nun steht einer Bepflanzung des Hochbeetes nichts mehr im Wege.

Wenn man mit einem Nutzgarten überhaupt noch keine Erfahrung gemacht hat, kann man sich im Vorfeld dazu entschieden, das Hochbeet für den Rest des ersten Jahres mit Blumen zu bestücken. Dazu die Überlegung welche Sorten und wie diese am besten gepflanzt werden sollten.

Die Bepflanzung des Hochbeets

Wenn das Hochbeet erfolgreich sein soll, muss man einige wichtige Details beachten. Zu allererst muss man sich überlegen, zu welchem Zweck man dieses Beet anlegen will. Soll es ein Zierpflanzenbeet werden, dass den Garten optisch verschönert oder soll es ein Nutzpflanzenbeet werden.

Bei einem Blumenbeet hat man nicht so viel zu beachten wie bei einem Gemüsebeet. Das Anlegen eines Gemüsebeetes ist etwas schwieriger. Aufgrund der hohen Nährstoffkonzentration im Boden sollten im ersten Jahr Pflanzen angebaut werden, die einen hohen Nährstoffbedarf haben. Solche Pflanzen gehören zu den sogenannten Starkzehrern. Hierzu zählen beispielsweise Kohl, Zucchini, Gurken, Tomaten, Sellerie und Lauch.

Wichtig ist hierbei wieder, dass auf Mischkultur geachtet wird. Mit Mischkultur sind Pflanzen gemeint, die sich optimal ergänzen. Das heißt, sie sollen sich über der Erde als auch unterirdisch ergänzen. So entnehmen verschiedene Pflanzen dem Boden unterschiedliche Nährstoffmengen, geben aber selber auch wieder verschiedene Nährstoffe an die Erde zurück. Also können sich Pflanzen durch ihren Duft oder ihre Wurzelausscheidungen gegenseitig schützen. Aus diesem Grund können Kräuter, die man zwischen das Gemüse pflanzt, als Abwehr – unter anderem – gegen Schädlinge dienen.

Aufgrund der des hohen Nährstoffangebotes kann Gemüse bis in den Winter kultiviert werden. So können Rosenkohl, Spinat, Grünkohl, Lauch und Wirsing bis in den Januar geerntet werden. Man kann das Gemüse, das noch im Beet steht, vor Frost schützen, indem man mit einer Decke aus Laub oder einem Vlies das Beet bedeckt. Gleichzeitig werden hierdurch auch Zwiebeln und Knollen, die sich noch in der Erde befinden geschützt. Der Winter ist eine gute Zeit, die Planung für die Bepflanzung im Frühjahr vorzunehmen. Es ist zu überlegen, welche Kombinationen gepflanzt werden können.

Beispielsweise passen Salat und Kräuter wie Schnittlauch, Kerbel und Dill sehr gut zusammen. Ebenso Möhren und Lauch oder Zwiebeln. Man sieht, das sind Kombinationen, die auch in der Küche gut zueinander passen. Bevor man im Frühjahr neu pflanzt, sollte das Beet mit einem Kompost-Erde-Gemisch aufgefüllt werden, denn aufgrund der Verrottung fällt das Erdreich etwas zusammen. Nach ungefähr fünf bis sechs Jahren hat sich das organische Material so zersetzt, dass davon kaum noch etwas übrig ist und die Nährstoffe wurden nahezu komplett an die Pflanzen abgegeben. Aus diesem Grund sollte man das Hochbeet nach dieser Zeit komplett neu füllen. Die Erde aus dem Hochbeet ist aber immer noch ein guter Humus und kann zur Verbesserung des Bodens im ebenerdigen Gemüsegarten untergearbeitet werden.

Wann pflanze ich was?

Ganz wichtig für eine gute Ernte ist es, die Saat zum richtigen Zeitpunkt in die Erde zu bringen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Manchmal lässt das Wetter ein Aussäen nicht zu, denn in kalte und nasse Erde sollte man eine Aussaat vermeiden. Aber etwas Verzögerung ist hierbei nicht schlimm, denn durch die bessere Sonnenbestrahlung aufgrund der Hochlage des Beetes, wird diese Zeitverzögerung schnell wieder aufgeholt.

In der Regel ist die Hauptpflanzzeit von Februar bis Oktober. Man kann das Hochbeet im Frühjahr als Frühbeet nutzen, um Kulturen vorzuziehen und Pflanzenableger groß zu ziehen. Diese müssen aber vor Kälte und Frost geschützt werden. Das erreicht man durch das Abdecken mit Folie, Vlies und Zeitungspapier. Man kann auch ein Dach bauen, welches das ganze Beet überspannt. Fertige Aufsätze für ein Hochbeet kann man aber auch im Handel kaufen. Wer handwerklich begabt ist, stellt sich seinen Frühbeetschutz aber auch selbst her. Beispielsweise ein Foliendach, das relativ einfach gebaut werden kann. Hierzu benötigen Sie Rundstäbe und Folie oder Vlies. Die Rundstäbe werden in die Erde gesteckt und die Folie oder das Vlies einfach darüber gezogen und an den Stäben befestigt. Wichtig ist, dass die Folie bzw. das Vlies sicher befestigt wird. Wird dieser Frühbeetschutz nicht mehr benötigt, ist er relativ einfach wieder zu entfernen.

Die eigentliche Bepflanzung eines Hochbeetes beginnt dann Mitte bis Ende Mai. Bei der Bepflanzung ist es wichtig zu beachten, ob es eine Erstbepflanzung ist oder ob es schon das zweite oder dritte Pflanzjahr ist. Das ist wichtig, weil – wie vorher schon erwähnt – aufgrund der Bodenbeschaffenheit im ersten Jahr nur sogenannte Starkzehrer gepflanzt werden sollen.

Einpflanzen der Blumen in das Hochbeet

Es ist nicht einfach verschiedene Pflanzen zu finden, die sowohl farblich als auch zeitlich zusammenpassen. Man will  ja zu jeder Jahreszeit (in diesem Falle für Herbst, Winter und Frühjahr) etwas Blühendes im garten haben und nicht nur für kurze Zeit. Klar ist, dass am Anfang Starkzehrer gepflanzt werden sollten, da die Erde ja eine sehr hohe Nährstoffkonzentration hat. Diese sogenannten Stark- und Schwachzehrer gibt es auch bei den Blumen.

Was machen die Pflanzen eigentlich, dass man sie Starkzehrer nennt?

>> Diese Pflanzen entziehen dem Boden sehr viel Stickstoff und benötigen aus diesem Grund auch viel Dünger.

hochbeet-bepflanzenHier einige infos dazu, welche Blumen zu den Starkzehrern zählen. Das sind unter anderem Chrysanthemen, Geranien und Sonnenblumen. Aber wann blüht welche Blume? Welche Pflanzen passen zusammen und welche nicht?

Wenn Hochbeet erst im Herbst gebaut wird, ist zu überlegen, was man vor dem Winter einsetzt. Zuerst einmal sollte es etwas sein, was jetzt zurzeit gerade blüht ,man kann sich etwa für Erika entscheiden. Damit haben sie zweierlei erreicht. Mit den Blüten des Heidekrautes kann ein Tee zubereitet werden oder man kann ein duftendes Bad darin nehmen. Neben dem Heidekraut Erika können im Herbst auch noch Astern und Chrysanthemen gepflanzt werden. Um auch im Frühjahr etwas Blühendes im Beet zu haben, können zwischen die blühenden Pflanzen dann noch verschiedene Zwiebeln, wie Krokus, Narzissen und Tulpen gesetzt werden.

Stark-, Mittel- und Schwachzehrer

Kommen wir noch einmal zu den sogenannten Stark-, Mittel- und Schwachzehrer. Hier sind einige Blumensorten aufgeführt und welche Zehrer sie sind.

Starkzehrer

  • Chrysanthemen
  • Sonnenblumen
  • Tulpen
  • Geranien

Mittelzehrer

  • Löwenmäulchen
  • Dahlien
  • Gloxinien

Schwachzehrer

  • Azaleen
  • Begonien
  • Petunien
  • Primeln
  • Stiefmütterchen

Bepflanzen des Hochbeets mit Gemüse, Salat und Kräutern

Der Anbau von Salat und Gemüse sollte – wie bereits oben erwähnt – in Mischkultur erfolgen. Das verhindert eine einseitige Nährstoffentnahme.

Im ersten Jahr baut man nur starkzehrende Gemüsepflanzen an, die kein Nitrat speichern. Hierzu gehören die verschiedenen Kohlsorten, Lauch, Zwiebel, Möhren bzw. Karotten und Gurken. Aber auch Busch- und Stangenbohnen sowie Zuckererbsen und Tomaten. Dabei ist darauf zu achten, dass die Pflanzen so eingesetzt werden, dass sie sich gegenseitig schützen, denn nicht alle Pflanzen passen zusammen und vertragen sich. Das Einsetzen erfolgt so, dass die höher wachsenden Pflanzen in der Mitte stehen und die niedrig wachsenden am Rand. So bekommen alle Pflanzen genügend Sonne. Nicht empfehlenswert für das Hochbeet sind Zucchini, Kürbis und Rhabarber. Sie benötigen zu viel Raum.

Im zweiten Jahr können beispielsweise Rettich, Chinakohl und Spinat gepflanzt werden. Diese Pflanzen speichern Nitrat, welches im zweiten Jahr in der Erde wesentlich weniger vorhanden ist als im ersten Jahr. Außerdem können Dill, Borretsch, Majoran und Kartoffeln gepflanzt werden.

Im dritten Jahr werden dann die Schwachzehrer wie Rosenkohl, Salat, Weißkohl, Blumenkohl, Wirsing und Kohlrabi gepflanzt.

Im vierten Jahr können dann Lauch, Petersilie, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Möhren und 1-jährige Kräuter gepflanzt werden. Danach sollte man sich überlegen, ob man das Hochbeet nun komplett neu befüllt. Die Erde aus dem Hochbeet wird dann im Garten mit untergearbeitet.
Pflanzen, die gut oder gar nicht zusammenpassen

Hier ist eine kleine Liste von günstigen und ungünstigen Partner.

Es werden aber nur die gängigsten Pflanzen hier aufgeführt.

Bohnen (Stangen- und Buschbohnen)
Sie können im dritten Jahr angebaut werden, da sie zu den Schwachzehrern gehören. Sie sind nicht sehr anspruchsvoll und deshalb gelingen sie auch einem unerfahrenen Gärtner meistens gut. Gute Partner sind Gurken, Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Pflücksalat, Radieschen, Rüben, Sellerie und Tomaten. Schlechte Partner sind Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln.
Endivien
Endiviensalat ist eine widerstandsfähige Sorte und gehört zu den Mittelzehrern. Er kann im zweiten Jahr angebaut werden und passt gut mit Kohl, Lauch und Bohnen zusammen. Schlechte Nachbarn für Endivien wurden nicht gefunden.
Erbsen
Gehören zu den Schwachzehrern und können mit Fenchel, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Rettich, Radieschen. Schlechte Nachbarn sind Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Bohnen, Tomaten.

Erdbeeren
Erdbeeren sind Starkzehrer und können im ersten Jahr angebaut werden. Sie vertragen sich mit Knoblauch, Kohl, Kopfsalat, Lauch, Rettich, Radieschen, Zwiebeln. Schlechte Nachbarn sind die verschiedenen Kohlarten.

Fenchel
Fenchel gehört zu den Mittelzehrern, die ab dem zweiten Jahr angebaut werden können. Er passt gut mit Endivien, Erbsen, Gurken, Kopfsalat und Pflücksalat zusammen, aber nicht mit Bohnen und Tomaten.

Gurken
Gurken können im ersten Jahr bereits angebaut werden, da sie zu den Starkzehrern gehören. Sie passen gut mit Fenchel, Knoblauch, Kohl, Kopfsalat, Sellerie, Stangenbohnen und Zwiebeln zusammen, aber nicht mit Rettich, Radieschen und Tomaten.

Karotten und Möhren
Gehören zu den Starkzehrern und passen mit Erbsen, Knoblauch, Lauch, Mangold, Rettich, Radieschen, Tomaten und Zwiebeln zusammen. Hier wurden keine schlechten Nachbarn gefunden.

Kartoffeln
Sind Starkzehrer und können mit Kohlrabi, Mais, Meerrettich und Spinat zusammenstehen. Aber mit Erbsen, Sellerie und Tomaten vertragen sie sich nicht.

Knoblauch
Knoblauch gehört zu den Mittelzehrern und kann mit Erdbeeren, Gurken, Karotten und Tomaten zusammenstehen. Jedoch verträgt er sich nicht mit Erbsen, Kohl und Stangenbohnen.

Kohl
Alle Kohlsorten sind Starkzehrer und können daher bereits im ersten Jahr gepflanzt werden. Sie vertragen sich mit allen Salatarten, Erbsen, Fenchel, Gurken, Sellerie, Spinat, Knoblauch, Zwiebeln, Kartoffeln, Lauch, Rettich, Radieschen und Tomaten. Erdbeeren, Knoblauch und Zwiebeln mögen sie nicht so gerne. Deshalb sollten sie nicht zusammen gepflanzt werden.

Kopfsalat
Gehört zu den Mittelzehrern und verträgt sich mit Erbsen, Erdbeeren, Fenchel, Gurken, Kohl, Lauch, Mais, Rettich, Radieschen, Stangenbohnen, Tomaten und Zwiebeln, aber nicht mit Sellerie.

Tomaten
Die Tomate ist ein Starkzehrer und kann somit bereits im ersten Jahr gepflanzt werden. Sie verträgt sich mit Karotten, Rüben, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi, Salat, Lauch, Mais, Rettich, Radieschen, Sellerie und Spinat. Jedoch sollte sie nicht mit Erbsen, Fenchel, Gurken und Kartoffeln zusammenstehen.

Zucchini
Ebenfalls ein Starkzehrer. Sie verträgt sich mit Stangenbohnen und Zwiebeln. Sie scheint keine schlechten Nachbarn zu kennen, denn es wurden bisher keine gefunden.

Zwiebeln
Sind Mittelzehrer. Sie vertragen sich mit Erdbeeren, Gurken, Karotten, Kopfsalat, Rüben und Zucchini. Kohl, Rettich, Radieschen und Stangenbohnen sollten allerdings nicht in ihrer Nachbarschaft stehen.

Einige Pflanzen vertragen sich nicht miteinander, weil sie eine unterschiedliche Nährstoffaufnahme haben oder weil sie Stoffwechselprodukte durch die Wurzeln ausscheiden, die für andere Pflanzen schädlich wären und sie am Wachstum hindern würden.
Um ein starkes Austrocknen des Hochbeetes zu vermeiden, kann man am Rand rankende Pflanzen setzen. Dadurch werden die Seitenwände vor zu großer Sonneneinstrahlung geschützt. Für diese Bepflanzung eignet sich beispielsweise die Kapuzinerkresse.

Anbau nach Jahr

Hier listen wir nun einige Sorten auf, die im ersten, zweiten und dritten Jahr gepflanzt werden können, allerdings ohne zu beachten, welche Pflanzen zusammenpassen und welche nicht.
Anbau im ersten Jahr
Bohnen, Karotten, Rettich, Kohlrabi, Basilikum, Petersilie, Tomaten, Gurken, Lauch, Sellerie, Broccoli, Knoblauch, Zwiebel und Zucchini.

Anbau im zweiten Jahr
Zucchini, Sellerie, Knoblauch, Karotten, Zwiebel, Salate, Kohlrabi, Rettich, Tomaten, Bohnen und Kräuter wie Basilikum, Kerbel und Bohnenkraut.

Anbau im dritten Jahr
Erbsen, Tomaten, Zucchini, Radieschen, Knoblauch, Zwiebel, Kohlrabi, Rettich, Mangold, Karotten, Spinat, Sellerie und Bohnen.