Hochbeete für Kinder

Erfahrungen vieler Eltern und Pädagogen bestätigen, dass es in jeder Hinsicht förderlich für die Entwicklung von Kindern ist, wenn sie sich um eigene Beete kümmern dürfen. Ein Hochbeet eignet sich gut für erste Garten-Erfahrungen. Den Kreislauf von Wachsen und Vergehen können kleine Hobby-Gärtner so fast auf Augenhöhe miterleben.

Kindgerechte Hochbeete

Dass auch Misserfolge zum Schicksal eines Gärtners gehören, muss keinem Kind verheimlicht werden. Um die Freude an der Beschäftigung mit der Natur aber nicht im Keim zu ersticken, braucht der Nachwuchs zunächst einige Erfolgserlebnisse. Diese verschaffen ihm vor allem Pflanzen, die ungiftig, pflegeleicht, interessant und schnell im Wachstum sind. Kinder-Hochbeete sollten eine Höhe zwischen 45 und 60 cm haben. Die Breite muss der Reichweite eines Kinderarmes angepasst werden, damit sich das Beet auch bequem bearbeiten lässt. Beim Bau-Material (z. B. Holz, Folien) wird selbstverständlich darauf geachtet, dass es keinerlei gesundheitsgefährdende Stoffe enthält. Gerade für Kinder-Hochbeete sollten essbare Pflanzen auch hinsichtlich ihres Nitrat-Gehaltes ausgewählt werden. Zu hohe Konzentrationen, wie sie beispielsweise oft in Blattgemüse vorkommen, können gesundheitsschädigend wirken.

Wohin mit dem Hochbeet?

Hochbeete passen gut in Kinder-, Schul- und Privatgärten. Eventuell sind aber auch bisher ungenutzte Hof-Bereiche von Mehrfamilienhäusern dafür geeignet. Natürlich müssen dazu erst alle rechtlichen und zwischenmenschlichen Gegebenheiten abgeklärt werden. Beispielsweise sind Vermieter und Mitbewohner unbedingt vorher um ihr Einverständnis zu diesem Vorhaben zu ersuchen. Es wäre auch unhygienisch, wenn die Katzen der Nachbarschaft das Beet als „Toilette“ benutzen würden. Ist jedoch alles zur Zufriedenheit geklärt, kann ein Hochbeet manchmal sogar zur Verbesserung der Hausgemeinschaft beitragen. An den Pflanzen erfreuen sich auch Mitmenschen, die aus den Fenstern schauen oder im Hof sitzen. Dürfen die Nachbarskinder mit „gärtnern“, werden Schäden durch mutwillige Zerstörung sicher kaum auftreten. In der Urlaubszeit ist vielleicht ein Nachbar bereit, sich vertretungsweise um die Pflanzen zu kümmern.

Es darf genascht werden!

Erbsen und Möhren wachsen weder in Dosen noch in Tiefkühltruhen! Die Erfahrung, etwas Essbares selbst angebaut zu haben, kann die Ernährungsgewohnheiten von Kindern entscheidend prägen. Vielleicht wird ab jetzt weniger weggeworfen. Doch ganz bestimmt schmecken selbst gezogene Nahrungsmittel einfach besser als gekaufte. Erinnerungen an das Märchen vom Schlaraffenland werden wach, wenn Erdbeeren über den Beet-Rand hinab fast bis in den Mund hinein wachsen. Zucchini sind wie geschaffen für das Kinder-Hochbeet. Sie wachsen enorm schnell und bringen hohe Erträge aus nur einer Pflanze, die allerdings viel Platz benötigt. Die Ernte lässt sich gut mit den Kindern gemeinsam in der Küche verarbeiten. Auch Kürbis-Pflanzen nehmen schnell ein ganzes Hochbeet für sich ein. Wenn der Pflegeaufwand weniger intensiv sein soll, ist das aber als Vorteil zu werten. Im Herbst können die Kürbisse dann zum Schnitzen verwendet werden. Aus dem Fruchtfleisch lässt sich ohne großen Aufwand eine leckere Suppe zubereiten. Tomaten brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit, passen aber ebenfalls sehr gut ins Hochbeet eines Nachwuchs-Gärtners.

Schön bunt soll es sein!

Ein Strauß aus selbst gezogenen Blumen erfüllt kleine Gärtner beim Überreichen zu Recht mit besonderem Stolz. Für floristische Experimente eignen sich beispielsweise niedrige Sorten der Taglilien (Hemerocallis), farbenfrohe Hornveilchen (Viola cornuta) sowie die orange und gelb leuchtenden Blüten von Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) und Ringelblume (Calendula officinalis). Im Hochbeet können auch Strohblumen oder einjährige Ziergräser für Trockensträuße ausgesät werden. Kleine Naturforscher werden ihre Freude an Pflanzen wie Dost (Origanum vulgare) und Ysop (Hyssopus officinalis) haben, deren Blüten die unterschiedlichsten Insekten anziehen. So können sie in Ruhe betrachtet werden. Auch kleinere Sonnenblumen-Sorten (Helianthus annuus) sind ein schöner Anblick. Zusätzlich lassen sich zur Reifezeit der Kerne viele Vögel beobachten. Sehr niedrige Pflanzen, die oft übersehen werden, können in einem Hochbeet dekorativ zur Geltung gebracht werden. So wird auch den kleinen Dingen des Lebens die ihnen gebührende Beachtung geschenkt. Viele kriechende Thymian-Arten oder die sogenannte Tripmadam (Sedum reflexum) sind für diese Variante der Beet-Gestaltung geeignet.